Glücksspielstaatsvertrag und Spielsucht – Was ist zu tun?

Das unsägliche Vertragswerk, mit dem sich die Bundesländer private Casino Konkurrenz vom Leib schaffen wollen, steht unter Beschuss von allen Seiten und dabei sind mittlerweile nicht nur die EU und eben klagende Spielhallen – auch die Suchtexperten haben einiges anzumerken und halten Veränderungen am deutschen Glücksspielstaatsvertrag für umgehend erforderlich. Allerdings sehen diese Modifikationen eben keine Öffnung vor, keine Liberalisierung von Automaten im Internet und es ist wenig wahrscheinlich, dass sich gerade ökonomisch positionierte Verantwortliche wie etwa die FDP Politiker den Forderungen der Wissenschaftler beugen werden.

Illegale Angebote sind leicht zugänglich

Das ist die eigentliche Krux: Obwohl Online Casino in der Bundesrepublik keine Konzession bekommen, kann trotzdem jeder im Internet zocken bis der Arzt kommt und die selbsternannten Suchtexperten von Verbänden und Universitäten halten diesen freien Zugang für unverantwortlich. Offenbar sollte Deutschland ebenso wie die Schweiz Netzsperren einführen und den Bürger am besten noch mehr kontrollieren, jedenfalls tauchen Vorschläge wie ein Appell an die Eigenverantwortlichkeit der Spieler in den aktuellen Debatten kaum auf. Warum aber wird hier das Angebot zum Schuldigen gemacht? Sind es nicht die Zocker, die kräftig nachfragen und Spielautomaten auch auf dem Handy spielen möchten?

Vor allem Kinder sind besonders gefährdet. Der Zugang etwa zu einem Online Casino ist rund um die Uhr verfügbar, doch sind Heranwachsende eben nicht immer unter Aufsicht der Eltern, so dass hier Spielsucht eine Gefahr sein könnte. Allerdings wird bei diesem schneidigen Argument unterschlagen, wie sehr sich die Internetspielhallen bei einer Anmeldung um die Daten der Spieler bemühen, es also überhaupt kein Minderjähriger schafft, Geld einzuzahlen und dann zum Beispiel Schulden aufzunehmen, um das krankhafte Zocken zu finanzieren.

Staatliche Anbieter möchten mehr Anteile

Wer genauer hinhört und hinsieht, der erkennt bei den entsprechenden Dialog Foren ein massives Eigeninteresse von Lottogesellschaften und Co. Glücksspiel, so die Ansicht, ist ja nicht per se schlecht, es muss nur überwacht werden und am besten geht das mit umfassender Aufsicht gegenüber den Spielern. Hier wird dann Lotto als akzeptables Spiel vorgeschlagen, ernsthaft und in 2017, wo Millionen Menschen mit Social Games oder den immer beliebteren Skill Slots aufwachsen! Auch wird ignoriert, wie hoch die Steuereinnahmen durch die Spielautomaten sind, Arbeitsplätze und persönliche Existenzen jedenfalls scheinen den Suchtexperten total egal. Offenbar wird versucht, den staatlichen Angeboten mehr Marktmacht zuzuschanzen, was bekanntlich in diesen Tagen bereits mit aller Wucht in den Städten gegenüber den Spielhallen Phase ist.

Ob allerdings Modellversuche die Lösung bringen, ist fraglich. Natürlich möchten Wissenschaft und noch mehr die Politik empirische Daten sammeln, aber das dient weniger dem Schutz als vielmehr der Ausspähung der Bürger! Es bleibt also zu hoffen, dass die Glücksspielverbände sich diesem Mumpitz verweigern und vielmehr Online Casinos öffnen als ein Angebot, dass jedem Erwachsenen nach Lust und Laune offenstehen sollte.