Jagd auf Automatenspiele: Bericht aus der Steiermark

Die Steiermark ist in Österreich nicht nur für die schöne Landschaft und die malerischen Städtchen bekannt, auch das Glücksspiel ist hier sehr beliebt und das ist dann der Politik selbstverständlich ein Dorn im Auge. Slots für freie Bürger, das ist schon lange kein Credo mehr zwischen Wien und Graz und so lohnt sich ein Blick auf die Regionen. Besonders die vielen illegal aufgestellten Automaten fallen dabei ins Auge und man darf sich schon fragen, ob die Jagd nach den Slots für die Behörden mittlerweile ein willkommener Selbstzweck geworden ist.

Finanzpolizei auf Streife

Offensichtlich ist diese Art der Überwachung in Österreich en vogue und so schickt man die eigentlich für Steuerhinterziehung verantwortliche Finanzpolizei aus gegen die Slot Machines. Es gibt natürlich Regeln in der Steiermark oder besser gesagt: Umfangreiche Verbote, doch viele Spieler und Betreiber kümmern sich nicht um diese künstliche erzeugte Verbotsauffassung. Es wird also fleißig gezockt und diese Leute dann alle als spielsüchtig zu bezeichnen ist absurd, leider jedoch gängige Praxis. Regelmäßig entdecken die Behörden dann eben nicht genehmigte Automatenspiele und obwohl davon die allerwenigsten manipuliert wurden, etwa um die Zocker zu betrügen, werden sie doch alle sofort aus dem Verkehr gezogen.

Die betreffende Einheit hat sogar eine spezielle Abteilung für die Jagd auf Casino Spiele und dabei kommt es zu mehrfachen Kontrollen in der Woche, gern auch bei ein- und derselben Spielothek oder Kneipe! Dahinter steckt umfassende Gängelung und die Ansage, man solle es nicht einmal probieren, weil in Österreich der Staat überall sein Auge drauf hat. Aber was auch immer getan und gedroht wird: Die Slots verschwinden einfach nicht, ständig gibt es neue Angebote im Hinterzimmer oder ganz offen neben dem Tresen, so dass die Jagd der Polizei wohl einer waschechten Sisyphos Arbeit gleicht.

Lobbygruppen fordern die Auslöschung der Spielautomaten

Die Casinos Austria und auch der Konzern Novomatic sind bekannterweise recht eng mit der Politik und es ist ja ökonomisch auch verständlich, wenn daraus eine zusätzliche Motivation zur Bekämpfung des illegalen Glücksspiels erwächst. Zugleich bleibt aber eben auch ein Geschmäckle, der Geruch von Korruption, was die beiden Unternehmen nie ganz ausblenden können. In der Steiermark hingegen stehen, so die Angaben der Behörden, wahrscheinlich noch hunderte nicht konzessionierte Slots und das ist Grund genug, die Kontrollen der Kneipen und Etablissements quasi bis in alle Ewigkeit fortführen zu können. So geht Überwachung heute und zur Not wird auch mal eine willkürliche Zahl und eine Bedrohung konstruiert, die in Wirklichkeit nur die Passion der Leute widerspiegelt, sich in ihrer Freizeit eben mit Casinos zu beschäftigen.